Ein Lieferantenaudit ist die systematische Prüfung eines Lieferanten vor Ort durch den Kunden. Bei einem Lohnabfüller prüft der Auditor, ob Qualitätsmanagement, Hygiene, Rückverfolgbarkeit und Kapazität zu den Anforderungen des Auftrags passen. Große Markenhersteller führen ein solches Audit fast immer durch, bevor sie Serienmengen vergeben. Dieser Beitrag zeigt, was dabei geprüft wird und wie Sie sich als Einkäufer vorbereiten.
Kurz zusammengefasst
- Ein Lieferantenaudit dauert bei einem Lohnabfüller in der Regel einen halben bis einen ganzen Tag.
- Geprüft werden Zertifikate, Prozesse, Hygiene, Dokumentation und die tatsächliche Produktion.
- Die Erkol Fill GmbH ist nach DIN EN ISO 9001:2015 und Kosmetik GMP DIN EN ISO 22716 zertifiziert und stellt sich Kundenaudits regelmäßig.
Was ist ein Lieferantenaudit?
Beim Lieferantenaudit bewertet der Auftraggeber, ob ein Lieferant seine Anforderungen dauerhaft erfüllen kann. Anders als eine Zertifizierung durch eine Prüfstelle ist es auf den konkreten Auftrag zugeschnitten. Der Kunde entscheidet also selbst, welche Punkte ihm wichtig sind. Deshalb unterscheidet sich ein Audit für Kosmetik deutlich von einem Audit für Reinigungsmittel oder Biozide.
Warum Großkunden ein Audit verlangen
Wer große Mengen vergibt, trägt ein hohes Risiko. Ein Lieferausfall oder ein Rückruf trifft die Marke, nicht den Abfüller. Deshalb wollen Einkäufer vorab sehen, wie der Betrieb arbeitet. Außerdem verlangen viele Konzerne ein dokumentiertes Audit als Teil ihrer Lieferantenfreigabe. Ohne diese Freigabe darf der Einkauf gar keinen Auftrag erteilen.
Checkliste: Diese Punkte prüft ein Lieferantenaudit beim Lohnabfüller
| Bereich | Was geprüft wird |
|---|---|
| Qualitätsmanagement | Gültige Zertifikate, Qualitätsmanagementbeauftragter, Umgang mit Abweichungen |
| Hygiene und Reinraum | Reinigungspläne, Schutzkleidung, Reinraumklasse und Requalifizierung |
| Rückverfolgbarkeit | Chargendokumentation, Rückstellmuster, Rückrufübung |
| Produktion | Anlagen, Füllgenauigkeit, Rüstprozesse, Kapazität |
| Lager und Logistik | Wareneingang, Trennung von Rohware und Fertigware, Gefahrstofflager |
| Personal | Schulungen, Unterweisungen, Vertretungsregeln |
| Vertrag und Haftung | Versicherungen, Qualitätssicherungsvereinbarung, Geheimhaltung |

Wie läuft ein Lieferantenaudit ab?
Zunächst sendet der Kunde einen Fragebogen, den der Lohnabfüller vorab beantwortet. Danach folgt der Besuch vor Ort. Er beginnt meist mit einem Eröffnungsgespräch, anschließend geht der Auditor durch Lager, Produktion und Reinraum. Dabei sieht er sich Aufzeichnungen an und befragt Mitarbeiter. Zum Schluss fasst er die Ergebnisse zusammen und benennt Abweichungen. Der Lieferant erhält dann eine Frist, um diese zu beheben.
Welche Nachweise sollte ein Lohnabfüller vorlegen?
- Zertifikat nach DIN EN ISO 9001 mit Geltungsbereich
- Nachweis über Kosmetik GMP nach DIN EN ISO 22716, sofern Kosmetik abgefüllt wird
- Qualifizierung des Reinraums nach DIN EN ISO 14644-1
- Hygienekonzept und Reinigungspläne
- Beispiel einer vollständigen Chargendokumentation
- Nachweis einer Betriebshaftpflicht- und Produkthaftpflichtversicherung
So bereitet sich Erkol Fill auf Ihr Audit vor
Die Erkol Fill GmbH in Solingen arbeitet seit 2009 als Lohnabfüller und wird regelmäßig von Kunden auditiert. Wir stellen Ihnen vorab unsere Zertifikate und das Hygienekonzept zur Verfügung. Vor Ort zeigen wir Ihnen die Produktion, den Reinraum der Klasse ISO 6 und unsere Chargendokumentation. Unser Qualitätsmanagementbeauftragter begleitet das Audit und beantwortet Ihre Fragen. Mehr dazu finden Sie unter Zertifizierte Lohnabfüllung und im Überblick zur Lohnabfüllung.
Häufige Fragen zum Lieferantenaudit
Wie lange dauert ein Lieferantenaudit?
Bei einem Lohnabfüller meist einen halben bis einen ganzen Tag. Bei mehreren Produktgruppen kann es länger dauern.
Ersetzt ein ISO-Zertifikat das Audit?
Nein. Das Zertifikat belegt ein funktionierendes Qualitätsmanagement. Das Audit prüft dagegen, ob der Betrieb zu Ihrem konkreten Produkt passt.
Kann ein Audit auch aus der Ferne stattfinden?
Ja, ein Remote-Audit per Video ist möglich. Für die Erstfreigabe bevorzugen die meisten Kunden jedoch einen Besuch vor Ort.
Was kostet ein Audit?
Für den Lieferanten entstehen keine Gebühren. Die Kosten für Anreise und Zeit trägt in der Regel der Auftraggeber.
Sie planen ein Audit bei uns? Vereinbaren Sie einen Termin, damit wir alle Unterlagen vorbereiten können.


