Second Source bedeutet, dass ein Unternehmen für dasselbe Produkt einen zweiten Lieferanten qualifiziert. In der Lohnabfüllung heißt das, dass neben dem Hauptabfüller ein zweiter Betrieb freigegeben ist, der bei Bedarf sofort einspringen kann. Große Marken sichern so ihre Lieferfähigkeit gegen Ausfälle, Kapazitätsengpässe und Preissprünge ab. Dieser Beitrag zeigt, wann sich eine Second Source lohnt und wie Sie sie aufbauen.
Kurz zusammengefasst
- Eine Second Source ist ein qualifizierter zweiter Lieferant, der bei Ausfall des ersten liefern kann.
- Beim Dual Sourcing erhalten beide Lieferanten laufend Aufträge, bei der reinen Second Source nur im Bedarfsfall.
- Die Qualifizierung umfasst Audit, Musterabfüllung und Freigabe und dauert meist einige Wochen.
Was ist eine Second Source?
Der Begriff stammt aus dem Einkauf. Er beschreibt einen zweiten Lieferanten, der dasselbe Produkt nach denselben Vorgaben liefern kann. Beim Dual Sourcing teilt der Einkauf die Mengen dauerhaft auf zwei Lieferanten auf. Bei der klassischen Second Source bleibt der zweite Lieferant dagegen in Bereitschaft und erhält nur gelegentlich Aufträge, damit Prozesse und Freigaben aktuell bleiben.
Warum eine Second Source für die Lohnabfüllung wichtig ist
Ein Lohnabfüller kann aus vielen Gründen ausfallen. Eine Anlage steht still, ein Brand legt die Produktion lahm oder der Betrieb ist über Monate ausgelastet. Für die Marke bedeutet das leere Regale und verlorene Listungen im Handel. Deshalb verlangen Einkäufer großer Unternehmen zunehmend, dass ein zweiter Abfüller freigegeben ist. Zusätzlich stärkt eine Second Source die Verhandlungsposition, weil der Hauptlieferant weiß, dass es eine Alternative gibt.
Wann lohnt sich ein zweiter Lohnabfüller?
- Das Produkt ist für den Umsatz der Marke wesentlich.
- Der Handel verlangt feste Lieferquoten oder droht mit Auslistung.
- Der Hauptabfüller ist stark ausgelastet oder arbeitet an nur einem Standort.
- Saisonspitzen übersteigen die Kapazität eines einzelnen Betriebs.
- Das Produkt ist regulatorisch anspruchsvoll und ein Neustart würde Monate dauern.

So qualifizieren Sie eine Second Source
| Schritt | Inhalt | Dauer |
|---|---|---|
| 1. Anfrage | Lastenheft, Sicherheitsdatenblatt und Muster an den zweiten Abfüller | 1 Woche |
| 2. Audit | Prüfung von Qualitätsmanagement, Hygiene und Kapazität vor Ort | 1 Tag plus Vorbereitung |
| 3. Musterabfüllung | Kleine Charge mit Originalpackmitteln, Prüfung von Füllmenge und Verschluss | 2 bis 4 Wochen |
| 4. Freigabe | Qualitätssicherungsvereinbarung, Preise, Abrufregeln | 1 bis 2 Wochen |
| 5. Pflege | Regelmäßige Aufträge, damit Freigabe und Prozesse aktuell bleiben | laufend |
Die Dauer hängt stark davon ab, ob Packmittel und Bulkware verfügbar sind. Planen Sie die Qualifizierung deshalb, bevor ein Engpass entsteht.
Was kostet eine Second Source?
Die Kosten bestehen vor allem aus Audit, Musterabfüllung und internem Aufwand. Hinzu kommt, dass der zweite Abfüller eigene Formatteile für Ihre Gebinde braucht. Diese Investition ist jedoch gering im Vergleich zu einem Lieferausfall über mehrere Wochen. Viele Unternehmen verteilen die Mengen deshalb von Anfang an, zum Beispiel 70 zu 30 Prozent. So bleibt die Second Source aktiv und beide Lieferanten kennen das Produkt.
Erkol Fill als Second Source
Die Erkol Fill GmbH in Solingen ist seit 2009 Lohnabfüller für Kosmetik, Reinigungsmittel, Biozide und chemisch-technische Produkte. Wir sind nach DIN EN ISO 9001:2015 und Kosmetik GMP DIN EN ISO 22716 zertifiziert und füllen von 10 ml bis 30 l ab. Für die Qualifizierung stellen wir Zertifikate und Hygienekonzept vorab bereit und führen eine Musterabfüllung mit Ihren Packmitteln durch. Wie ein Audit bei uns abläuft, lesen Sie im Beitrag zum Lieferantenaudit, einen Überblick gibt die Seite zur Lohnabfüllung.
Häufige Fragen zur Second Source
Muss der zweite Abfüller dieselben Anlagen haben?
Nein. Er muss dasselbe Ergebnis liefern, also Füllmenge, Verschluss und Etikett innerhalb der Toleranzen. Die Technik dahinter darf abweichen.
Erfährt mein Hauptlieferant von der Second Source?
Das entscheiden Sie. Viele Unternehmen kommunizieren es offen, weil es die Zusammenarbeit professioneller macht.
Wie oft sollte die Second Source produzieren?
Mindestens einmal im Jahr, besser regelmäßig in kleinen Mengen. Nur so bleiben Freigaben, Formatteile und Erfahrung aktuell.
Sie suchen einen zweiten Lohnabfüller? Sprechen Sie uns an, wir starten mit einer Musterabfüllung.


