Lohnhersteller oder Lohnabfüller? Beide Begriffe tauchen bei der Suche nach einem Produktionspartner auf, sie werden jedoch oft verwechselt. Ein Lohnhersteller produziert Ihr Produkt in Ihrem Auftrag, während ein Lohnabfüller ein fertiges Produkt in Gebinde füllt. Der Unterschied entscheidet deshalb darüber, welche Aufgaben Sie abgeben und welche bei Ihnen bleiben. In diesem Beitrag erklären wir beide Modelle und zeigen außerdem, wann sich welches lohnt.
Was macht ein Lohnhersteller?
Ein Lohnhersteller fertigt Produkte für andere Unternehmen, die sie anschließend unter eigener Marke verkaufen. Er übernimmt also die eigentliche Produktion. Dazu gehören zum Beispiel das Beschaffen der Rohstoffe, das Mischen nach Rezeptur und die Prüfung der fertigen Charge. Häufig unterstützt der Lohnhersteller zudem bei der Entwicklung, falls noch keine fertige Rezeptur vorliegt. Der Fachbegriff für dieses Modell lautet Lohnfertigung.
Für Sie als Auftraggeber bedeutet das vor allem Entlastung. Sie benötigen weder eigene Anlagen noch Produktionspersonal. Stattdessen konzentrieren Sie sich auf Marke, Vertrieb und Kunden.
Was macht ein Lohnabfüller?
Ein Lohnabfüller setzt später im Prozess an. Das Produkt ist bereits hergestellt und wird als Bulkware angeliefert. Der Lohnabfüller füllt es anschließend in Flaschen, Tiegel oder Kanister. Danach verschließt, etikettiert und verpackt er die Gebinde. Diese Leistung heißt Lohnabfüllung.
Dieses Modell passt daher zu Unternehmen, die selbst produzieren oder ihr Produkt von einem anderen Hersteller beziehen. Sie behalten die Rezeptur in der eigenen Hand, während der Abfüller für saubere Füllmengen und verkaufsfertige Gebinde sorgt.

Lohnhersteller und Lohnabfüller im Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt, welche Aufgaben in welchem Modell beim Dienstleister liegen.
| Aufgabe | Lohnhersteller | Lohnabfüller |
|---|---|---|
| Rezeptur entwickeln | möglich | nein |
| Rohstoffe beschaffen | ja | nein |
| Produkt mischen und herstellen | ja | nein |
| Abfüllen und verschließen | häufig | ja |
| Etikettieren und verpacken | häufig | ja |
In der Praxis verschwimmen die Grenzen allerdings. Viele Betriebe bieten beide Leistungen an, sodass Sie nur einen Ansprechpartner brauchen.
Wann lohnt sich ein Lohnhersteller?
Ein Lohnhersteller ist die richtige Wahl, wenn Sie eine Produktidee haben, aber keine eigene Fertigung. Das gilt vor allem in folgenden Fällen.
- Sie möchten eine Eigenmarke aufbauen und brauchen dafür ein fertiges Produkt.
- Ihnen fehlt eine Rezeptur oder Sie möchten eine bestehende verbessern.
- Sie wollen nicht in Anlagen, Räume und Personal investieren.
- Sie benötigen Zertifizierungen, die der Lohnhersteller bereits mitbringt.
Wer dagegen schon produziert, braucht meist nur die Abfüllung. Dann genügt ein Lohnabfüller, weil Herstellung und Rezeptur im eigenen Haus bleiben.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Ob Lohnhersteller oder Lohnabfüller, einige Kriterien gelten für beide. Zunächst sollte der Partner Erfahrung mit Ihrer Produktgruppe haben, denn Kosmetik stellt andere Anforderungen als Reinigungsmittel. Außerdem zählen passende Zertifizierungen wie DIN EN ISO 9001 oder Kosmetik GMP. Wichtig sind darüber hinaus flexible Losgrößen, damit Sie klein starten und später wachsen können. Schließlich sollten Sie klären, wem die Rezeptur gehört und wer die Rohstoffe beschafft.
Erkol Fill als Lohnhersteller und Lohnabfüller
Die Erkol Fill GmbH arbeitet seit 2009 für Markenhersteller aus Deutschland und Europa. Wir füllen flüssige und viskose Produkte ab, zum Beispiel Kosmetik, Reinigungsmittel, Biozide und chemisch-technische Produkte. Zusätzlich begleiten wir Sie auf Wunsch als Lohnhersteller von der Entwicklung über die Rezeptur bis zum verpackten Produkt. Dadurch erhalten Sie alles aus einer Hand.
Wenn Sie eine eigene Marke planen, lesen Sie auch unseren Beitrag zur Private Label Abfüllung.
Häufige Fragen zum Lohnhersteller
Ist ein Lohnhersteller dasselbe wie ein Lohnabfüller?
Nein. Der Lohnhersteller produziert das Produkt, während der Lohnabfüller ein fertiges Produkt in Gebinde füllt. Viele Dienstleister bieten jedoch beides an.
Wem gehört die Rezeptur?
Das hängt vom Vertrag ab. Wenn Sie die Rezeptur mitbringen, bleibt sie in der Regel Ihr Eigentum. Bei einer gemeinsamen Entwicklung sollten Sie die Rechte daher vorab schriftlich regeln.
Ab welcher Menge arbeitet ein Lohnhersteller?
Die Mindestmenge hängt von Produkt, Rohstoffen und Gebinde ab. Kleine Chargen für den Markteinstieg sind bei uns jedoch möglich.
Sprechen Sie mit uns über Ihr Produkt
Sie suchen einen Lohnhersteller oder möchten nur abfüllen lassen? Senden Sie uns Ihre Anfrage, damit wir gemeinsam das passende Modell für Ihr Produkt finden.


